
ZON-MAI
Eckdaten:
Ausstellung der ZON-MAI: 12. April bis 12. Mai 2012
Öffnungszeiten: (ab dem 15. April)
Dienstag-Freitag: 15:00 – 19:00 Uhr
Samstag + Sonntag: 11:00 – 19:00 Uhr
Montag: Ruhetag
Eintritt: Normalpreis: 5€ | ermäßigter Preis: 3€ | Familienpreis: 10€
Es wurden Führungen in deutscher, englischer und französischer Sprache für Einzelpersonen, Gruppen und Schulklassen angeboten.
Information und Anmeldung:
Kerstin Witges, Tel.: 0421 339 44 13
Was ist die ZON-MAI?
Die monumentale und multimediale Installation ZON-MAI erschaffen von Sidi Larbi Cherkaoui und Gilles Delmas war vom 12.4. bis 12.5.2012 in Bremen zu Besuch. „Zwischen Architektur, bildender Kunst und Tanz, vermischt dieses erstaunliche Werk verschiedene Medien, um sich mit Fragen des Andersseins, der Identität, des Territoriums und der Grenze auseinander zu setzen...“
ZON-MAI ist die Umkehrung von „maison“ – dem Französischen Wort für „Haus“ – im „Verlan“, einer Art jugendlicher Geheimsprache, bei der die Silben vertauscht werden.
Die ZON-MAI ist eine Parabel: ein Haus, das jedoch von innen nach außen gekehrt ist. Ein Haus, das weder Tür noch Fenster besitzt und auf dessen vier Wände und das Dach Filme projiziert werden, die uns in das Privatleben seiner „Bewohner“ einführen: Man betrachtet Menschen, die Tänzer, im Inneren ihrer eigenen Häuser. Sie tanzen in ihren Schlaf- und Wohnzimmern, ihren Küchen, ihren Badezimmern und setzen sich in ihren Choreografien mit der Frage nach dem persönlichen Zuhause auseinander. Als Besucher betrachtet man die 21 Tänzer jedoch von außerhalb, ohne die ZON-MAI selber zu betreten.
Mehr Informationen zur ZON-MAI finden Sie auf der offiziellen Homepage:
Die ZON-MAI – Ein Wanderkunstobjekt
Der Tänzer und Choreograf Sidi Larbi Cherkaoui und der Film- und Videokünstler Gilles Delmas schufen die ZON-MAI im Jahre 2009 auf Einladung der Cité Nationale de l’histoire de l’immigration (Museum für Migration, Paris).
Seither gilt die ZON-MAI als Botschafterin der Cité. Wie ein Nomade wandert das Kunstobjekt von Ort zu Ort, um bei den Besuchern eine Reflexion über die Denkmuster und Vorstellungsbilder von Migration anzuregen.
Mehr Informationen zur Cité nationale de l’histoire de l’immigration finden Sie hier: http://www.histoire-immigration.fr/
Informationen zu Sidi Larbi Cherkaoui
Sidi Larbi Cherkaoui (*1976)
Sidi Larbi Cherkaoui ist ein internationaler Tänzer und Choreograf. Sein Name, Cherkaoui, bedeutet auf Arabisch „Dort, wo die Sonne aufgeht“. Er definiert sich selber als „halb-Marokkaner, halb-Flame“. Sidi Larbi Cherkaoui zählt zu der neuen Generation flämischer Choreografen des zeitgenössischen Tanzes, die Ende der 1990er Jahre im Kreis von Alain Patel, Ballets C de la B und Anne Teresa de Keersmaeker ausgebildet wurden. Nicht nur seine Fähigkeiten als Tänzer, sondern auch seine Choreografien zeugen von höchster Qualität. Sein Werdegang spiegelt sich in einem komplexen Werk wider, das die Zwänge und Fragestellungen aufgreift, die ihn umtreiben.
Zur ZON-MAI sagt er: „Für mich stellt das Haus ein Moment der Pause dar. [...] Die ZON-MAI ist ein Ort, an den die Menschen kommen, um ein oder zwei Stunden zu verbringen; es ist eine Stätte der Besinnlichkeit: Ich verweile hier einen kleinen Augenblick, ich schaue mich um, ich denke nach, nicht nur über das, was ich gerade sehe, sondern auch über das, was ich erlebt habe. Danach kehre ich in das Leben zurück, in die Bewegung, in die Migration. Weil man täglich wandert: für einige von uns, indem sie die Metro nehmen für andere wiederum, bei der Durchquerung des ganzen Planeten Erde.“
Informationen zu Gilles Delmas
Gilles Delmas (*1966)
Gilles Delmas ist Fotograf und Regisseur. Sein künstlerisches Werk umfasst neben einigen Kurz- und Dokumentarfilmen, zahlreiche fotografische Arbeiten, die er weltweit ausstellt. Für ihn stellt die künstlerische Praxis den einzigen und letzten Ort dar, der einen noch überraschen und in seinen persönlichen Idealen erschüttern kann. Die Arbeit an der ZON-MAI ist nach der Erstellung des Bühnenbildes und der Videoprojektionen von Mea culpa die zweite Kooperation mit Sidi Larbi Cherkaoui.
Zur ZON-MAI sagt er: „Das „Haus“ evoziert die Idee, dass Migration die Schaffung eines Raums, der uns eigen ist, beinhaltet. Die ZON-MAI erschafft diese physische Zone und integriert sich in die Cité national de l’histoire de l’immigration, nicht jedoch in endgültiger Form. Sie sind durch ihre Entwicklungsgeschichte miteinander verbunden, durch ihren Inhalt, aber die Installation führt ihr Eigenleben. Die Tatsache, dass sie wandert, nähert sie noch ein wenig mehr diesem Inhalt an, der Migration.“
Ausstellung der ZON-MAI:
- 12. April bis 12. Mai 2012